Anwenderbericht - Einkauf
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Timo Darr, Leiter Travel Management

Hotelzimmer per Auktion
 

 

Freitag mittag, 12.00 Uhr - Katja Flasche, Referentin bei der Deutsche Lufthansa AG, und Timo Darr, Leiter Travel Management, sitzen erwartungsvoll vor dem PC.

 
In diesem Moment läuft die Bietfrist für die von ihnen angesetzte Auktion auf dem Beschaffungsportal fairpartners an. Hotelzimmer in München will die Lufthansa für Fluggäste, die durch technische Störungen oder Verspätungen ihren Anschluss nicht mehr erwischen, in der nächsten halben Stunde auf elektronischem Weg einkaufen. Der Zuschlag geht an den günstigsten Anbieter. Die ersten Minuten verstreichen, ohne dass ein Gebot eingeht. Die Spannung im Einkauf steigt. Wird einer das Eis brechen und das erste Angebot abgeben?
 

 

Nach dem Warm-up geht die Post ab

 
Dass in der ersten Viertelstunde nicht viel passiere, sei normal, weiß die Lufthanseatin aus Erfahrung zu berichten. Plötzlich geht es Schlag auf Schlag. Zunächst bieten fünf Hotels mit. Nach und nach werden es weniger. Zwei Anbieter liefern sich letztendlich ein Duell. In 50 Cent-Schritten unterbieten sie den Zimmerpreis des Wettbewerbers. Die Lufthansamitarbeiter starren gebannt auf den Bildschirm. Die Uhr tickt. Noch zwei Minuten, dann ist die Auktionszeit abgelaufen. "Das ist der spannendste Moment", sagt Katja Flasche. Pling - ein weiteres Gebot erscheint auf dem Monitor. Verlängerung. Gibt ein Anbieter kurz vor Ende der eigentlichen Auktionszeit ein weiteres Angebot ab, verlängert sich die Bietzeit automatisch um fünf Minuten. Der Vorgang wiederholt sich solange, bis innerhalb der fünf Minuten kein weiteres Angebot mehr eingeht.
 

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

 
Die Lufthansa AG wickelt bereits sämtliche Beschaffungsvorhaben über fairpartners ab. Im letzten September zählte das Unternehmen allein 28 Beschaffungsvorgänge im Einkauf der Lufthansa Passage. Fünf Aufträge vergaben die Frankfurter davon per Auktion. "Wir maximieren auf diese Art den Wettbewerb und erzielen dadurch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis", sagt Ulrich Schott-Wüllenweber, Leiter Beschaffungssteuerung und Partnering. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt auch für die Anbieter. Auf fairpartners können diese nun selbst das Preisniveau des Wettbewerbs kontrollieren. Auktionen auf fairpartners verschaffen Transparenz. Der Anbieter verfolgt das Verhalten des Wettbewerbs live und kann sofort darauf reagieren.
 

 

Die Vorbereitung ist das A und O

 
Eine Auktion ermittelt den günstigsten Anbieter - vorausgesetzt die Leistungen sind vergleichbar. Bevor die Lufthansa fünf Münchener Hotels zur Teilnahme an der Auktion auf fairpartners eingeladen hat, legten Einkäufer und Fachbereich die Anforderungen im Detail fest. Qualitative Faktoren wie die bisherige Zusammenarbeit und die Lage des Hotels zum Flughafen spielten bei der Auswahl eine Rolle. "Damit derartige weiche Faktoren in eine Auktion einfließen können, haben wir zuvor eine Bewertung vorgenommen, die sich auf der Beschaffungsplattform in Preisabschlägen ausdrückt", erklärt Schott-Wüllenweber. Vor Beginn der Auktion informiert der Lufthansa-Einkäufer die Anbieter in einem persönlichen Gespräch über Höhe und Sinn dieses Bonus. Denn Ehrlichkeit sei das Wesentlichste für eine gute Lieferantenbeziehung, meint der Leiter der Beschaffungssteuerung.
 

 

Persönlich, nicht anonym

 
Obwohl der Beschaffungsvorgang durch das Instrument der Online-Auktion teilweise anonymisiert wurde, ist der persönliche Kontakt zum Anbieter dennoch entscheidend für die Einkäufer der Lufthansa. Sie unterstützen die Anbieter umfassend im Vorfeld einer Auktion auf fairpartners. In persönlichen Gesprächen erklärt der Einkäufer, warum er diesen Weg einschlägt, und wo die Vorteile für beide Seiten liegen. Obwohl die Beschaffungsplattform laut Schott-Wüllenweber leicht verständlich aufgebaut sei, führen die Mitarbeiter einen Testlauf mit den Anbietern durch und sind bei der Registrierung behilflich. Während der Auktion ist ein Einkäufer ständig telefonisch erreichbar, um eventuelle Fragen seitens der Anbieter zu beantworten. "Denn letztendlich verläuft eine Auktion nur dann erfolgreich, wenn wir sicher sein können, dass alle Anbieter das System und den Vorgang verstanden haben", so Schott-Wüllenweber.
 

 

Der Countdown läuft

 
Zurück zum eigentlichen Schauplatz. 90 Minuten wird bereits bei der aktuellen Auktion um die Vergabe des Hotelzimmerkontingents "nachgespielt". Um 14.04 Uhr schickt Hans-Dieter Gut, Hoteldirektor des ArabellaSheraton Airport Hotels in München, sein letztes Gebot ab. Timo Darr und Katja Flasche zählen gespannt die Minuten. 38 mal wurde in den letzten zwei Stunden geboten, als die Auktion um 14.09 Uhr endgültig beendet ist. Der Gewinner steht fest. Hoteldirektor Gut hat das Rennen gemacht. Mit einem Mausklick informiert der Einkäufer im Anschluss direkt über fairpartners den Gewinner und die anderen Anbieter über den Ausgang der Auktion. Dann greifen Darr und Flasche zum Telefonhörer und gratulieren Gut persönlich. Rund um zufrieden zeigen sich die Mitarbeiter der Lufthansa mit dem Ergebnis. Mehr als 20 Prozent haben sie bei dieser Auktion auf fairpartners eingespart. Eine beachtliche Summe betrachtet man das zu vergebende Gesamtkontingent von über 8.000 Zimmern.